Südafrika und Cape Region

2 wundervolle Wochen Urlaub haben wir im Januar 1999 in Kapstadt und Umgebung verbracht und möchten nun hier gerne ein wenig von unseren schönen Erlebnissen weitergeben. Bevor ich aber auf die Einzelheiten eingehe, möchte ich mich herzlich bei Johannes Köring für seine super Kapstadt-Internetseiten http://www.kapstadt.de bedanken, die uns neben vielen guten Tips und Hinweisen auch zu einem tollen  und super gastfreundlichen B&B bei Familie Schlorf verholfen hat. Während ich hier nur einige unserer Erlebnisse berichte, gibt es dort sehr viel mehr und umfangreichere Informationen. Nun aber zu einigen Highlights unserer Fahrt (mit dem Mietwagen - gute Angebote gibt es z.B. bei driveFTI - Mietwagen weltweit, die wir bald auch noch mit ein paar Photos abrunden werden: 

Kapstadt (Cape Town)

Die 4 Millionen Einwohner Stadt Kapstadt erstreckt sich vom Tafelberg aus weit ins Land. Der alte Kern mit einigen sehr interessanten Museen, alten Gebäuden und dem wunderschönen Company's Garden - ehemals der Gemüsegarten der Kolonie, heute ein sehr schöner Park mit einem äußerst netten Café - befindet sich mitten zwischen oder vom Hafen aus gesehen hinter den großen und modernen Hochhäusern. Ein wenig der englischen Geschichte des Kaps kann man in Bertram's Haus am Ende des Parks erleben. Besonders aufgefallen sind mir dort die interessanten Collagen aus Blättern, Holzstückchen und Papier.In Kapstadts Innenstadt
An der Waterfront treffen sich abends und am Wochenende wohlhabendere Südafrikaner und zu allen Zeiten Touristen. Auf dem nach zwei Anschlägen in 1998 recht gut bewachten Gelände befinden sich sehr viele Geschäfte, Restaurants, Hotels und andere Attraktionen wie das sehr interessante Two Oceans Aquarium (der Name begründet sich darin, daß es ein großes Becken mit der Tier- und Pflanzenwelt des Atlantiks und eines mit der des Indischen Ozeans gibt - ein phantastisches Erlebnis) und das IMAX-Theater (IMAX ist einfach mehr und viel eindrucksvoller als Kino, wer also noch Zeit übrig hat, dem ist ein Besuch nur zu empfehlen) im BMW-Pavillon. Die Waterfront kann man auch gut als Ausgangspunkt für einen Ausflug in die Innenstadt benutzen, da von hier für derzeit 1,50 Rand immer Kleinbustaxen und auch ein Linienbus dorthin fahren. An der Waterfront ist es nämlich meistens relativ einfach einen Parkplatz zu finden, was in der Innenstadt abgesehen von den Parkhäusern nicht so leicht möglich ist.

In der Umgebung:
Der Tafelberg, das Wahrzeichen Kapstadts, sollte sicherlich von keinem Besucher augelassen werden. Auch wer, wie wir wegen der Hitze auf einen Aufstieg verzichtete, kann wunderschöne Wanderungen auf dem Gipfel unternehmen. Die hochmoderne schweizer Seilbahn bringt ihre Fahrgäste in wenigen Minuten auf den Gipfel und bietet gleichzeitig, durch einen sich drehenden Innenboden, für alle eine tolle Aussicht. Zu bestimmten Jahreszeiten muß man allerdings etwas Glück haben, um den Tafelberg ohne Wolken zu erleben.
Der Botanische Garten in Kirstenbosch läßt nicht nur das Herz eines jeden Botanikers höher schlagen. Hier gibt es überragt vom mächtigen Castle Rock nahezu 6000 einheimische Pflanzen des südlichen Afrika zu bestaunen - ein wundervolles Erlebnis!Strausse an der Kapspitze
Ebenso wie der Tafelberg darf auch die Kapspitze mit dem Kap der Guten Hoffnung in keiner Reiseplanung fehlen. Schon die Fahrt dorthin, die man möglichst, wegen des Sonnenstandes, längs der Westküste unternehmen sollte, ist ein tolles Erlebnis. Auf dem Rückweg nach Kapstadt, nun an der Ostküste des Kaps entlang, sollte man auf keinen Fall die Pinguine in Simon's Town verpassen. Dort haben sich vor einigen Jahren, bedingt durch den Guanoabbau auf den vorgelagerten Inseln hunderte von Pinguinen angesiedelt. Diese possierlichen Tiere kann man hier aus wirklich nächster Nähe beobachten. Man sollte auf jeden Fall genügend Filme mitnehmen, denn hier kann einen leicht das Photographierfieber erfassen.Pinguin in Simon's Town

Stellenbosch

Die Universitätsstadt Stellenbosch ist mal abgesehen von der z.T. sehr großen Hitze in den Sommermonaten der Traum jedes Studenten oder Uniangehörigen. Sie ist ein kleines Städtchen mit noch sehr vielen hübschen alten kapholländischen Gebäuden und eichengesäumten Straßen die zum Flanieren einladen. Unbedingt besuchenswert ist das Village Museum, ein kleines Freilichtmuseum, in dem man Kolonialhäuser aus verschiedenen Zeiten besichtigen kann und die Dorp Street, hier finden sich noch sehr viele reetgedeckte kapholländische Häuser.  Einen Abstecher wert sind auch der Botanische Garten, das Weinmuseum, das Pulverhaus und natürlich der alte Kolonialwarenladen Oom Samie Se Winkel mit seinem unverwechselbaren Geruch nach getrocknetem Fleisch, Fisch und vielem mehr.Dorp Street

In der Umgebung:
Rund um Stellenbosch gibt es sehr viele Weingüter, die sicherlich fast alle sehenswert sind. Wir haben das Weingut Delheim (Richtung Paarl) besucht, wo man auch kostenlose Kellerführungen mitmachen kann (Termine und Zeiten erfährt man am besten in den Touristeninformationen vor Ort - dort kann man sich sehr umfassend beraten lassen). Sehr zu empfehlen sind dort auch die Mittagsmenüs, die man auf einer wunderschönen Terrasse einnimmt. Eine Weinspezialität des Gutes ist der "Spatzendreck". 
An der selben Straße ein paar Kilometer weiter Richtung Paarl (auf der rechten Seite) befindet sich auch ein kleiner Game Park (Safari Park), der Wiesenhof Wild Park, den ich allerdings nicht so sehr empfehlen kann. Wir waren glücklicherweise zufällig zur Fütterungszeit da und hatten so das Glück die meisten Tiere zu sehen. Zu andern Zeiten halten diese sich nämlich eher entfernt von der Straße im Schatten auf. Es gibt dort Geparden (Achtung, diese kann man mit viel Glück zwischen dem ersten und dem zweiten Eingangstor entdecken), Elenantilopen, Zebras, Strauße, Perlhühner, u.a. Die Rundfahrt durch das Gelände ist zwar schön, aber diese Ausblicke kann man auch umsonst haben. Wer allerdings Badezeug dabei hat, kann in einem der drei recht schönen Swimmingpools ein wenig Abkühlung finden.Wiesenhof Wild Park
Fährt man noch ein wenig weiter Richtung Paarl so liegt auf der linken Seite eine kleine Straußenfarm. Dort erhält man eine erstklassige Führung, bei der man sich aber selbst eher als der beguckte vorkommt. Außerdem kann man hier auch sehr preiswert und lecker Strauß probieren und sich davon überzeugen, daß Straußfleisch kaum Ähnlichkeiten mit Hühner- oder Putenfleisch hat, eher schon mit Kalbfleisch. 
Fast direkt gegenüber befindet sich eine kleine Schmetterlingsfarm die ich ebenfalls nur empfehlen kann. Zwar ist das Schmetterling-Begucken etwas schweißtreibend, aber wann und wo sieht man sonst schon handgroße blaue und eulenartig-gefleckte Schmetterlinge. 

Bloubergstrand

Die sommerliche Hitze am Kap läßt einen in der Einschätzung der Wassertemperaturen leicht fehl gehen, ist der Atlantik hier doch auch im Sommer nur ca. 15 Grad warm. Am Bloubergstrand weht aber auch sonst häufig eine kühlende Brise, so daß die Sommerhitze gar nicht so durchdringen kann. Es ist somit ein toller Strand zum Sonnenbaden, falls man ein Verfechter dieses Sports ist, und Strandwandern. Wellenreiten ist natürlich auch angesagt.Bloubergstrand
Wer der West Coast Richtung Norden weiter folgt, fährt durch eine sehr sandige aber interessante Region. Nach einigen Kilometern sieht man linkerhand das Atomkraftwerk Koeberg Power Station liegen, von dem die ganze Cape Region mit Elektrizität versorgt wird. Weiter nördlich kommt man nach Yzerfontein einem sehr kleinen Urlaubs- und Fischerdorf. Dort gibt es ein sehr nettes kleines Hotel und Restaurant, das von einem Niederländer und seiner Frau betrieben wird (sehr nett!).
West Coast National Park, Langebaan Lagoon

Paarl



Aus Richtung Kapstadt kommend sieht man kurz vor Paarl auf einer Anhöhe auf der linken Seite das weiße Taal (Taal ist das Afrikaanse Wort für Sprache) Monument in den Himmel ragen. Dieses Denkmal soll das Afrikaans, die einzige germanische Sprache, die in Afrika entstanden ist, symbolisieren. Rund um das Denkmal gibt es einen sehr schönen Park und auch der Ausblick von dort oben ist nicht zu verachten. (Eintritt 5 R). Der Ort Paarl zieht sich 15 km an der Hauptstraße entlang. Es gibt einige sehenswerte Gebäude und das Afrikaans Language Museum. Natürlich gibt es auch hier wieder viele sehenswerte Weingüter. Sehr sehenswert ist das Weingut Fairview, nicht weit vom Taal Monument, das sich neben Wein auf die Produktion von verschiedenen Käsesorten (vor allem aus Ziegenmilch) spezialisiert hat. Vor dem Gebäude steht als Attraktion (das Photo läßt niemand aus) ein kleiner Turm in dem und um den herum einige Ziegen leben.Weingut Fairview

Tulbagh

Von Paarl fährt man über Wellington und den dramatischen Bain's Kloof Pass in das wunderhübsche Städtchen Tulbagh. Dort findet man in der Church Street 32 makellose kapholländische Häuschen, die erst in den 70er Jahren nach dem Erdbeben von 1969 in den alten Zustand zurückversetzt wurden. Sehr sehenswert ist auch das De Oude Kerk Volksmuseum, das sich auf drei Gebäude aufteilt, von denen das schönste die 1743 erbaute Kirche ist. Schräg gegenüber der Kirche kann man in einem kleinen Restaurant ausgesprochen gut essen. 

Ceres

Die Region um Ceres ist das größte Obstanbaugebiet am Kap (hier kommen die berühmten Cape Äpfel, Pflaumen, usw. her). In und um Ceres kann man verschiedene Obstplantagen besichtigen. Die Fahrt dorthin, die über verschiedene und teilweise sehr enge Paßstraßen führt ist auch landschaftlich sehr interessant.

Franschoek

Franschoek ist eine Gründung der Hugenotten, die, nachdem König Ludwig XIV. im jahre 1688 das Edikt von nantes, das Glaubensfreiheit für alle versprache, für ungültig erklärt hatte, auf Schiffen der Niederländisch-Ostindischen Kompanie nach Kapstadt geflohen waren. Aus diesem Grunde findet man hier auch vorwiegend französische Rebsorten. An die Gründerväter der Stadt erinnert das Hugenottendenkmal (im Sommer muß man sich hier vor den Rasensprengern in acht nehmen) und das sehr interessante Huguenot Memorial Museum. Verschiedene Weingüter "laden"  (das Probieren ist sehr preiswert und die Besichtigungen auch meistens umsonst) auch hier zu Besichtigungen und Proben ein. Erwähnens- und empfehlenswert ist auch das sehr nette Pfannkuchenhaus an der Hauptstraße, wo man eben jene in allen möglichen und unmöglichen Variationen serviert bekommt.

Hermanus



Wer nicht gerade im südafrikanischen Sommer ans Kap fährt hat in Hermanus vielleicht das Glück einen oder mehrere Wale beobachten zu können. Schon auf der Fahrt dorthin (man sollte sich vorher erkundigen, wie man am sichersten dorthin kommt und möglichst die Cape Flats weiträumig umfahren) gibt es immer wieder Aussichtspunkte, an denen große Tafeln darauf hinweisen, daß dort zu bestimmten Jahreszeiten sich Wale im Wasser tummeln. In Stony Point, einer recht versteckten kleinen Bucht, ebenfalls auf dem Weg nach Hermanus gibt es eine weitere Pinguinkolonie. Da es in dieser Gegend allerdings auch ab und zu noch Leoparden gibt sind die Pinguine durch einen hohen Zaun geschützt und nur aus der Entfernung zu beobachten. Insoweit ist ein Besuch hier kein Vergleich mit Simon's Town.

Allgemeine Hinweise von A bis Z

Kriminalität - wie in allen Großstädten ist die Kriminalitätsrate in Kapstadt auch recht hoch, was nicht zuletzt von der gewaltigen Arbeitslosenquote abhängt. Somit sollten auch hier die "normalen" Sicherheitsregeln gelten, d.h. bestimmte Gebiete wie z.B. die Cape Flats unbedingt meiden (am besten fragt man seine Vermieter, welche Regionen man wann ungefährdet besuchen kann), bei Dunkelheit nur belebte Orte wie z.B. die Waterfront oder die Tigervalley Mall aufsuchen, in Kapstadt Zentrum nach 16/17 Uhr nicht unbedingt spazierengehen, Geld und Papiere in Brustbeutel oder besser noch Beckengurt sicher aufbewahren, keinen auffälligen Schmuck spazierenführen, nie etwas offen im Auto liegen lassen (auch keine Kleidungsstücke) usw. 

Telefonieren - in und um Kapstadt findet man problemlos moderne Telefonzellen. Meistens sind es Paare aus einem Münz- und einem Kartentelefon. Empfehlenswert ist es auch, sein Handy mitzunehmen und bei einem südafrikanischen Unternehmen eine, mit einem bestimmten Betrag aufgeladene Karte zu kaufen. Eine weitere recht praktische Möglichkeit ist die Anschaffung einer Calling Card in Deutschland (von der Telekom, otelo, o.a. - Preis ca. 2,50 DM pro Minute), so daß man nach dem Wählen einer ellenlangen Nummer + Pin von jedem Telefon "kostenlos" aus telefonieren kann. 

Verkehrsmittel - ein öffentliche Nahverkehr existiert nur in Kapstadt-Innenstadt. Wer die Region erkunden möchte, sollte sich ein Auto mieten. Als Ersatz für den öffentlichen Nahverkehr gibt es tausende von Kleinbustaxis, die leider häufig in sehr schlechtem Zustand sind. 

Noch mehr allgemeine Informationen zu Kapstadt und Südafrika unter:

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